Der Bürgerverein Krusenbusch

von Fritz Lottmann, Martina Nowak, Wolfgang Briem
Die Siedlung Krusenbusch war seit jeher geprägt durch ihre Randlage zur Stadt Oldenburg; städtebauliche Entwicklungen oder eine Anbindung an das Stadtgebiet waren nicht vorgesehen. Die Straßen waren nicht befestigt, es gab keine Beleuchtung und auch keine Kanalisation. Besonders verhängnisvoll war, dass es kein langfristig angelegtes Konzept zur Strukturverbesserung und Siedlungsentwicklung gab.

Trotz einiger Verbesserungen nach dem Kriege (z.b. den Neubau einer Schule, eines Kindergartens, Verlegung einer Wasserleitung und die Versorgung mit Elektrizität) waren die Probleme aber keinesfalls gelöst. Insbesondere durch die Erschließung der Baugebiete in Streekermoor und die fehlenden Bebauungspläne für Krusenbusch wanderten viele junge Leute aus Krusenbusch ab, obwohl es genügend Grundstücke gab.

Dem Ortsteil Krusenbusch fehlte eine Vertretung, die auf diese Probleme aufmerksam machen und Lösungen mit der Stadt herbeiführen konnte. So war es fast zwangsläufig, dass einige Bürger die Initiative ergriffen und im Oktober 1972 den BÜRGERVEREIN KRUSENBUSCH gründeten. Der BÜRGERVEREIN erhielt die uneingeschränkte Unterstützung der Anwohner, denn fast jeder Haushalt war als Mitglied im Bürgerverein vertreten.

In den Folgejahren haben viele Bürger aktiv mitgearbeitet und erreicht, dass Krusenbusch wahr- und ernstgenommen wurde. Aufgrund des offensichtlichen Problemdrucks entwickelte die Stadt Oldenburg gemeinsam mit dem BÜRGERVEREIN ein langfristiges Gesamtkonzept für diesen Stadtteil, des weiteren konnten zahlreiche Einzelthemen vom BÜRGERVEREIN initiiert und durchgesetzt werden:

So wurden in mehreren Schritten Bebauungspläne erstellt, die Oberflächenentwässerung und Kanalisation verlegt, die Straßen ausgebaut und mit Gehwegen und Beleuchtung versehen. Nach und nach konnten auch die lange ungenutzten Hintergrundstücke bebaut werden. Der Sportplatz wurde vom Beentweg an die Tweelbäker Tredde verlegt und erhielt eine Zusatzfunktion als Festplatz, eine Turn-/Mehrzweckhalle entstand auf dem Schulgelände und eine Fußgängerbrücke wurde über das Gelände des Verschiebebahnhofs gebaut. Ganz wichtig für die Krusenbuscher war der Erhalt der Busanbindung an die Stadt Oldenburg. Weitere Arbeitsschwerpunkte des BÜRGERVEREINS waren die Durchsetzung eines Fahrradweges am Bahndamm, die Unterstützung des Vorhabens "Villa Kunterbunt", der Neubau des Jugendzentrums sowie des Spielplatzes am Löwenzahnweg, die Einrichtung eines Geldautomaten bei der LzO und die Mitwirkung an der jüngsten Bauentwicklung im Stadtteil.

Zur effektiven Umsetzung dieser -und auch überörtlicher- Belange erfolgt ein regelmäßiger Austausch mit anderen Gremien und Vereinen (z.B. Arbeitsgemeinschaft Stadtoldenburger Bürgervereine, Stadtteiltreff Krusenbusch, Südoldenburger Bürgervereine).

Daneben organisiert der BÜRGERVEREIN zusammen mit den anderen ortsansässigen Vereinen das "Krusenbuscher Volksfest" und andere gesellige Aktivitäten (beispielsweise eine Kohlfahrt, eine Fahrradtour, einen Laternenumzug im Wechsel mit der Schule, einen Senioren-Weihnachtsnachmittag und den Weihnachtspreisskat), was den Zusammenhalt und die Verbundenheit der Bürger zu ihrem Stadtteil fördert bzw. festigt.

Mittlerweile ist aus der kleinen, fast vergessenen Siedlung am äußersten Stadtrand von Oldenburg ein attraktiver Wohnstandort entstanden, der sich in absehbarer Zeit rasant weiterentwickelt. Der BÜRGERVEREIN wird sich auch zukünftig im Interesse des Stadtteils und seiner Bürger engagieren, um das erblühte Gemeinwesen mit seiner hohen Lebensqualität zu erhalten und weiterzuentwickeln.


Oldenburg im September 2000